Der Schweiger.

Diesem Zeitgenossen muss man sprichwörtlich alles aus der Nase ziehen. Seine Verschlossenheit beruht entweder auf Redefaulheit oder Befangenheit. Es gibt Schweiger, die äußerst kompetent sind, wenn man sie zum Reden bringt. (z.B. Helmut Schmidt)

Diese Sorte Interviewpartner nie Fragen stellen, die man mit „ja“ oder „nein“ beantworten kann. Lockere Gesprächsatmosphäre anbieten, umgangssprachliche Ausdrücke verwenden um ihn dazu zu bewegen so zu reden wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Aufmerksam an seinen Lippen hängen und ständige Ermunterung zum Sprechen sind bei „Schweigern“ enorm wichtig.

Der Faseler.

Wortschwall ohne wirkliche Inhalte und Sachkompetenz. Der Fasler fordert einen ständig auf ihn in seiner Argumentation zu bestätigen. Der Faseler ist zu meiden. Vorgespräch deshalb freundlich aber bestimmt zu Ende führen und weitersuchen.

Der Verlautbarer.

Dieser Interviewpartner tritt häufig professionell als Pressesprecher oder Politiker auf. Er ist kontrolliert und sachlich. In seiner Ausdrucksweise ist alles was er von sich gibt druckreif. Der Verlautbarer wird ungern unterbrochen.

Trick: Bestätigung seiner Verlautbarung ermöglicht Unterbrechung. Er kann zwar komplizierte Sachverhalte anschaulich erklären ist in seiner perfekten Ausdrucksweise jedoch ermüdend. Gegenmaßnahme: Anarchistisches und Emotionales Nachfragen bringen diesen Zeitgenossen leicht aus dem Konzept.

Der politisch Korrekte.

Er ist der Gutmensch unter allen anderen. Er hat die Moral und das Gute erfunden, besitzt keinen Humor und begräbt neue Denkansätze mit vertrauten und eingespielten Argumenten. Er hat immer Recht.

Man darf ihn nie merken lassen dass man lebenslustig und Genussmensch ist. Vermeidung von Witzen. Keine Grundsatzdiskussionen zulassen. Der politisch Korrekte muss mit kühler Arroganz behandelt werden. Fragestellung immer so gestalten, dass er seine Standpunkte an konkreten Beispielen festmachen muss oder ihn mit Beispielen konfrontieren.

Der Provokateur.

Ein Spieler, der jedes Gespräch für einen Wettkampf ansieht. Ähnlich wie der Faseler besitzt er wenig Sachkompetenz und wirkt höchstens wie ein amüsantes „Schlitzohr“. Ein typischer Kontaktmensch. Wenn keine positiven Gefühle ausgelöst werden können versucht er das Gegenteil.

Gegenangriff oder Ignoranz reizen den Provokateur. Es bleibt der einzige Weg seine Provokationen ins Lächerliche zu ziehen und über seine Aktionen zu schmunzeln, jedoch nicht das eigentliche Frageziel aus den Augen verlierend.

Die Heulsuse.

Leicht beleidigt und ohne Selbstbewusstsein. Gehört zur Familie der Faseler  und trägt Selbstmitleid zur Schau.

Der Betroffene.

Er ist die pastorale Version des politisch Korrekten und viel weniger aggressiv als jener. Er bricht unter dem Leid dieser Welt förmlich zusammen und teilt dies gern mit. Er will Mitleid erregen (für sich) und will genauso wie der Schweiger nicht mit aufregenden Fakten behelligt werden.

Mit dem Betroffenen muss man streng umgehen.

Der Profi.

Er zeigt sich kompetent, spricht klar und offen über die Sachlage und übernimmt gern im Gespräch die Initiative. Der Profi beantwortet Fragen die noch gar nicht gestellt worden sind.

Gelassen bei dem Konzept bleiben und auch bereits beantwortete Fragen erneut und vielleicht etwas zugespitzt stellen, so als erwecke man den Eindruck die Antwort hätte einem noch nicht ausgereicht. So gewinnt man den Respekt des Profis.

Der Amateur.

Er weiß nichts, hat aber zu allem eine Meinung. (Talkshowgast)

Nie mehr als drei Fragen stellen. Fragen sollten präzise und leicht zu beantworten sein.